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Freitag, 04.11.22 / 10:30-12:00 / CAU-WiZe-Siemens+Einstein
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Ebene der Lehr-Lern-Prozesse
Wie unterrichtet man digitale Kollaboration heute? Das Modul "Grundlagen der digitalen Kollaboration" im berufsbegleitenden Online-Studium
Verena Sonderer (Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst, Deutschland), Zulia Gubaydullina (Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst, Deutschland), Lars Weber (Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst, Deutschland)
digital, Kollaboration, Onlinestudium, Peer-Learning, Gamification, Shared Mental Modell

Der Onlinestudiengang Betriebswirtschaft berufsbegleitend an der HAWK ist durch sein Blended-Learning-Format und der damit verbundenen zeitlichen und räumlichen Flexibilität insbesondere für heterogene Personenkreise attraktiv. Die überwiegend berufstätigen Studierenden unterscheiden sich stark hinsichtlich Alter, Vorbildung, Berufserfahrung sowie der familiären Situation. Neben der eigenen Prägung sowie persönlichen Präferenzen im Umgang mit digitalen Tools spielt zudem die digitale Kultur in den Unternehmen der Studierenden eine Rolle und bestimmt das Maß des Interesses an der Zukunftsthematik mit. Dadurch ergibt sich eine große Bandbreite an Vorwissen mit denen in das Grundlagenmodul (Wahlpflicht) „Digitale Kollaboration“ gestartet wird. Diese ungleiche Wissensverteilung bietet die Möglichkeit, im Peer Learning und der Working Out Loud-Methode den Lernenden ihren Lernprozess selbst in die Hand zu geben: Die Bereitschaft der Studierenden ist grundsätzlich hoch, als ExpertIn oder MentorIn ihr Wissen an KommilitonnInnen weiterzugeben und ist ein Baustein des Moduls. Insbesondere in Verbindung mit einem integrierten Projekt und Gamification-Ansätzen können die Studierenden ihre fachlichen Kompetenzen mithilfe von Kollaborationsplattformen und -tools weiterentwickeln und in die Denkweise nach dem Shared Mental Modell eintauchen. Allerdings sind die Studierenden nicht bereit, über einen längeren Zeitraum eine aktive oder aktivere Rolle innerhalb der Lehrveranstaltungen einzunehmen, was sich auf ihre Doppel-oder Dreifachbelastung zurückzuführen lässt: In einer Testphase konnte festgestellt werden, dass die Studierenden nicht gänzlich auf die Vermittlung von Fachwissen durch klassische Online-Vorlesungen verzichten möchten. Der spezielle Lehr-Lernmix ist somit in unterschiedliche Stufen aufgebaut und ermöglicht es den Studierenden, sowohl intensiv an den Lehrveranstaltungen und ihrer Ausgestaltung zu partizipieren als auch ihren zeitlichen Präferenzen nachzukommen.