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Freitag, 04.11.22 / 10:30-12:00 / CAU-WiZe-Siemens+Einstein
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Ebene der Lehr-Lern-Prozesse
Transsubjektivität als Bedingung interdisziplinärer Lehr-Lern-Angebote
Stefan Jelonnek (Christian-Albrechts-Universität, Deutschland)
Kritisches Denken, Bildungsindustrie, Hermeneutik, Transsubjektivität

Der Beitrag thematisiert die Fähigkeit zum kritischen Denken als Bedingung einer konstruktiven Gesprächs-/Diskussionskultur in Lehr-Lern-Veranstaltungen. Diskreditiert wird vor diesem Hintergrund, dass die Ausbildung eines kritischen Bewusstseins durch einen verstärkten Fokus auf Leistungspunkte gehemmt wird. Erfahrungen aus Gesprächen und/oder Veranstaltungen zeigen, dass die getakteten Modulpläne keinen bzw. geringen Raum zur eigenen Beschäftigung und Reflexion mit dem Studium gewähren. Veranstaltungen werden eher ‚abgearbeitet‘, denn als Möglichkeit wahrgenommen. Zwar wird dem in einigen Studiengängen besondere Beachtung geschenkt, jedoch ist für eine interdisziplinäre Beschäftigung mit Gesellschaftsfragen Kritizität notwendig, um vom eigenen Standpunkt abrücken können. Hier sind ferner hermeneutisches Feingefühl gefordert, also die Bereitschaft Standpunkte zu wechseln und aus verschiedenen Verständnissen keine geglättete Form eines Verstehens, sondern den Mehrwert von Aspektvielfalt zu erkennen.

Dazu wird gefragt, inwiefern Transsubjektivität als mögliche Methode in diesem Lehr-Lernformat integriert werden kann. Eine kritische Selbstreflexion auf den eigenen Standpunkt und die Fähigkeit begründet zu urteilen, sind dabei Kompetenzen, die vermeintlich vorauszusetzen sind, damit einem ‚Gesprächsgewirr‘ vorgebeugt ist.

Der Beitrag ist eine gekürzte Audio-Version eines Essays zum Thema. Den Teilnehmenden kann durch die Beschäftigung mit kritischer Dialogfähigkeit geholfen werden, die eignen Urteile nachzuvollziehen und diese argumentativ und konstruktiv in Diskussionen einzubringen.