In
Freitag, 04.11.22 / 13:00-15:00 / CAU-WiZe-3.OG
Kollegiale Beratung
Ebene der Lehr-Lern-Prozesse
Einsatz agiler Methoden in der Lehre eines interdisziplinären Ingenieurfaches der Mechatronikausbildung
Stefan Lutherdt (Technische Universität Ilmenau, Deutschland), Claudia Hönemann (Technische Universität Ilmenau, Deutschland), Hartmut Witte (Technische Universität Ilmenau, Deutschland)
Agile Methoden, Scrum in der Lehre, examING, Lehre Ingenieurwissenschaften

Das Fachgebiet Biomechatronik ist mit seinen Lehrangeboten in der Masterausbildung der Fakultät für Maschinenbau verortet, hält seine Angebote aber auch für Studierende anderer Fakultäten mit Interesse an Querschnittsthemen zwischen Lebens- und Ingenieurwissenschaften offen. Auch das hier in der kollegialen Beratung vorgestellte Lehrgebiet „Bioorientierte Methoden der Ingenieurwissenschaften“ ist ein solches interdisziplinäres Schnittstellenlehrgebiet.

Die Lehrform in diesem Fach ist eine Kombination aus seminaristischer Vorlesung, Praktikum und Übung mit Gruppenarbeit. Hier entwerfen die Studierenden ein Gerät bzw. Konzept nach selbst gewählten biologischen Vorbildern. Ergänzend zur Vorlesung beinhaltet die Gruppenarbeit neben dem Entwurf auch Wissenserwerb durch Recherchen und Literaturstudien als problembasiertes Lernen. Der Entwurfsprozess erfolgt unter Anwendung agiler Methoden in Form eines adaptierten Scrum-Prozesses in 3-4 Sprints. Um alle Studierenden ein zu beziehen und die Individualleistungen erfassen zu können, werden 2-3 Gruppen mit ähnlicher Aufgabenstellung gebildet, in denen die Studierenden jeweils das Dev-Team bilden. Ein Lehrender ist der SM/AM und einer der PO/Stakeholder für alle Gruppen. Zur individuellen Bewertung fertigt jeder Studierende ein Tagebuch mit Beschreibung der eigenen Entwicklungsanteile an. Zusätzlich erfolgt eine beobachtende Einschätzung durch die Lehrkräfte. In der Rezeption der Studierenden wurde dieses Lehrkonzept als herausfordernd und anfänglich nicht verständlich geschildert. Zudem gaben sie einen höheren Aufwand gegenüber anderen Fächern an. Dennoch wurde mehrheitlich angegeben, dass viel durch diese Form gelernt und vertieft wurde. Die Abschlussnoten waren überwiegend besser als bei Vergleichsjahrgängen mit Vorlesung und Klausur. Für die Weiterführung des Konzepts interessiert die Frage, wie der Kompetenzaufbau gemessen und bewertet werden kann und welche Evaluationsmöglichkeiten in einem solchen Scrum-Prozess bestehen.